Sie kennen jemanden, der seinem Leben ein Ende setzen will? Sie machen sich Sorgen um diese Person und möchten ihr helfen, aber Sie wissen nicht wie?

Trauer nach einem Suizid

Sie haben eine nahestehenden Menschen durch Suizid verloren.

Und es ist nichts mehr, wie es einmal war

Nach dem Suizid eines Angehörigen oder einer nahestehenden Person ist nichts mehr, wie es einmal war. Der Verlust tritt meistens unerwartet und plötzlich auf und läβt die Hinterbliebenen mit vielen Fragen und sehr unterschiedlichen Gefühlen zurück.

Diese Zeit wird abgelöst von einem Chaos von Gedanken und Gefühlen. Fragen, wie „Warum?" „Warum hat sie/er nicht mit mir über ihre/seine Not gesprochen?"„Hätte ich etwas bemerken können?" „Was hätte ich machen können?" „Hätte ich oder jemand anders den Tod verhindern können?"
Den Schmerz des Verlustes können Gedanken und Fragen nach dem Verlassensein, der Ratlosigkeit, von Verzweiflung, Schuldgefühlen, Wut, Schuldzuweisungen und manchmal sogar Erleichterung begleiten.

So schwer diese Gefühle auszuhalten sind, so sind sie doch eine natürliche und gesunde Reaktion auf den Verlust eines Menschen. Trauer ist der Weg der Heilung. Sie ist sehr individuell und hängt von vielen unterschiedlichen Aspekten ab. Die Art der Beziehung, eigene Erfahrungen mit früheren Verlusten, der gesellschaftliche und kulturelle Hintergrund, die Umstände des Todes beeinflussen den Umgang mit einem Verlust. Wie die Person zu Tode kam ist dabei ein Teilaspekt des Ganzen.

Menschen trauern unterschiedlich.

Welche Gedanken, Fragen gehen Ihnen im Moment durch den Kopf?

Mit wem können Sie über diese sprechen?

Die meisten Menschen erleben ihre Trauer als Pendeln zwischen Kummer, Sehnsucht und Leere einerseits und Verdrängung, Ablenkung und Nach-vorn-Denken andererseits. Manchmal fragen sich Trauernde, wie es möglich ist, daβ sie sich wieder freuen können und dann wieder sehr traurig sind über den Verlust. Dieses Auf-und-ab ist für die meisten sehr verunsichernd.
Es ist die Suche nach Möglichkeiten mit dem Verlust umzugehen. Ein Abtasten und Ausprobieren der neuen Situation.

In welchen Momenten erleben Sie Nähe zur verstorbenen Person?

Was würden Sie Ihr noch gerne sagen? Von Ihr gesagt bekommen?

Wo gibt es Momente, in denen Sie sich auf das Leben einlassen können?

Es kann sein, daβ Sie Momente erleben, an denen Sie nach vorne schauen und das Leben annehmen können und dann auf einmal wieder sehr traurig, verletzt, wütend sind oder andere intensive Gefühle durchleben. Niemand kann Ihnen sagen, was richtig ist und was nicht. Jeder muss selbst herausfinden, was hilfreich ist und was weniger. Sie nehmen Abschied von einem Menschen, der ebenso einzigartig war, wie Ihre Beziehung zu ihm.

In den ersten Tagen nach dem Suizid kann es sein, dass alles als sehr unwirklich wahrgenommen wird. Manche Hinterbliebene beschreiben es, als wären sie in Watte gepackt und würden die Aussenwelt nur gedämpft oder aus weiter Ferne mitbekommen. Gleichzeitig ist es ihnen meistens möglich, alle anstehenden Aufgaben zu erledigen. Es gibt Menschen, die sich nach einem Verlust wundern, wie sie es fertig bringen „einfach so weiterzumachen".

Wie können Sie sich helfen lassen?

  • Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen über Ihre Gefühle, Fragen und Sorgen.
  • Nehmen Sie angebotene Hilfe an.
  • Vertrauen Sie Ihren Gefühlen und
  • weinen Sie, wenn es Ihnen danach ist,
  • schimpfen Sie, wenn es Ihnen danach ist,
  • klagen Sie, wenn es Ihnen danach ist,
  • untenehmen Sie etwas, wenn es Ihnen danach ist ...

Professionelle Hilfe sollten Sie aufsuchen,

  • wenn Sie den Eindruck haben, daβ es Ihnen auch nach längerer Zeit nicht gelingt, wieder am Leben teilzunehmen,
  • wenn Sie keinen Sinn mehr im Leben sehen,
  • wenn Schuldgefühle andauern,
  • Ihnen selber etwas nicht normal erscheint oder
  • Sie Unterstützung brauchen, die Ihnen Ihr Umfeld nicht geben kann

Der Tod reißt eine Wunde, die Zeit, Geduld und Pflege braucht, um heilen zu können und hinterläβt möglicherweise für immer eine Narbe.