Du fühlst Dich nicht wohl in Deiner Haut und siehst keinen Ausweg mehr? Du denkst daran, Deinem Leben ein Ende zu setzen? Du brauchst Hilfe, weißt aber nicht, wo und wie Du diese finden kannst?

Wenn Du an Suizid denkst…halte einen Augenblick inne und lies den folgenden Text!

Wenn Du an Suizid denkst, halte einen Augenblick inne und lies das Folgende. Das dauert nur ein paar Minuten. Ich werde Dir nicht sagen, dass Du nicht an solche Dinge denken sollst. Ich bin kein Therapeut und kein Arzt. Ich bin nur ein Mensch, der wie Du weiß, was es bedeutet, nicht mehr leben zu wollen.

Ich weiß nicht, wer Du bist, und warum Du gerade diese Seite besuchst. Doch ich weiß, dass Du genau in diesem Augenblick liest, und das allein ist schon mal gut. Da Du diese Zeilen liest, nehme ich an, dass Du Dich so schlecht fühlst, dass Du Deinem Leben ein Ende setzen möchtest. Am liebsten würde ich neben Dir sitzen und mit Dir von Angesicht zu Angesicht offen und ohne Umschweife darüber sprechen. Da das aber im Moment nicht möglich ist, werden wir unser Gespräch virtuell führen.

Ich kenne viele Leute, die sich wie Du suizidieren wollten, und ich bin überzeugt, eine realistische Vorstellung davon zu haben, was ein Mensch in dieser Situation empfindet. Da mir klar ist, dass Du keine Lust hast, einen ganzen Roman zu lesen, werde ich mich kurz fassen. Ich würde Dich gern dazu einladen, in den kommenden Minuten 5 einfache und praktische Dinge zu tun. Ich werde nicht versuchen, Dich davon zu überzeugen, dass Du Deinem Leben kein Ende setzen sollst. Ich gehe davon aus, dass Du Dich wirklich schlecht fühlst, denn sonst würdest Du nicht daran denken.

Wenn Du mir bis hierher gefolgt bist, ist das eher ein gutes Zeichen. Ich bitte Dich darum, noch ein bisschen mehr zu tun. Lies diesen Artikel zu Ende. Wenn Du weiter liest, hoffe ich, dass das irgendwie ein Zeichen dafür ist, dass Du Dir nicht ganz sicher bist, dass Du doch nicht genau weißt, ob Du Deinem Leben ein Ende setzen sollst oder nicht. Oft sind Leute, die so leiden wie Du, in diesem Punkt hin und her gerissen. Sich nicht sicher sein, was man will, ob man leben oder sterben will, ist eine völlig normale Reaktion, wenn man so leidet wie Du. Die Tatsache, dass Du immer noch hier bist, ist ein Zeichen dieser Gespaltenheit. Das heißt, ein Teil von Dir will sterben, und gleichzeitig will ein anderer Teil von Dir weiterleben. Klammere Dich an diesen zweiten Teil und lies weiter.

Für den Anfang, denk bitte über Folgendes nach:

Suizid ist keine freiwillige Handlung, sondern ein Gedanke, der von selbst über uns kommt, wenn unser Leid stärker ist als unsere Fähigkeit, mit diesem Leid fertig zu werden.

Das ist einfach zu erklären. Du bist kein schlechter Mensch, Du bist weder verrückt, noch schwach, noch egoistisch, weil Du daran denkst, Dich umzubringen. Außerdem müssen diese Gedanken nicht zwingend bedeuten, dass Du tatsächlich sterben willst, sie sind vielmehr das Ergebnis Deines Leidens.

Hör nicht auf Leute, die sagen: „Wegen so einer Kleinigkeit bringt man sich doch nicht um." Es gibt tatsächlich viele Gründe, die einen Menschen dazu bringen können, sich umbringen zu wollen. Ob ein Schmerz mehr oder weniger erträglich ist, hängt auch vom betroffenen Mensch ab. Was für die einen erträglich ist, muss nicht unbedingt auch für andere erträglich sein. Alles hängt von den Kräften ab, die einem zur Verfügung stehen, um mit diesem Leid fertig zu werden.

Wenn das Leid die zur Verfügung stehenden Kräfte überfordert, können Suizidgedanken entstehen. Suizid ist weder gut noch schlecht, er ist auch nicht Ausdruck eines Charakterfehlers. Aus moralischer Sicht ist er neutral. Er entsteht aus einem Ungleichgewicht zwischen Ressourcen (inneren Fähigkeiten und äußeren Hilfsmöglichkeiten) und Leid.

Du kannst Deine Suizidgedanken überleben, entweder, indem Du eine Möglichkeit findest, Dein Leiden zu verringern, oder, indem Du Kraftquellen findest, an die Du vielleicht bis jetzt noch nicht gedacht hast.

Nimm Dir jetzt Zeit, die folgenden fünf Tipps zu lesen:

1

Deine Situation ist sicherlich sehr schwer auszuhalten, aber sie ist nicht ausweglos. Leute, die leiden wie Du, finden sehr oft eine Lösung für ihre Probleme. Ich möchte, dass Dir klar wird, dass es trotz Deiner Probleme die Chance gibt, dass Du einen Ausweg findest, und ich hoffe, dass diese Informationen Dir ein wenig Hoffnung geben.

2

Lass Dir noch ein bisschen Zeit, bevor Du Dich entscheidest. Sag Dir: „Ich warte 24 Stunden, bevor ich überhaupt irgendetwas mache, oder eine Woche, oder sogar noch länger." Vergiss nicht, dass unsere Gefühle und unsere Handlungen zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Das Gefühl zu haben, mit dem Leben aufhören zu wollen, muss nicht zwingend bedeuten, dass man sofort damit aufhören muss. Versuch ein wenig Abstand zwischen Deine Suizidgedanken und Deine Suizidabsichten zu bringen, und sei es nur für 24 Stunden. Du hast es schon ein paar Minuten lang geschafft, indem Du diese Zeilen gelesen hast. Ich lade Dich ein, weiter zu lesen und festzustellen, dass Du in diesem Augenblick zwar Suizidgedanken hast, sie aber nicht in die Tat umsetzt. Dies ist sehr ermutigend für mich, und ich hoffe auch für Dich.

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3

Sehr häufig nehmen sich Menschen das Leben, weil sie nach Erleichterung suchen. Erleichterung ist ein Gefühl, und um es zu empfinden, muss man leben. Du kanns diese Erleichterung nicht finden, wenn Du nicht mehr lebst. Deshalb kann der Tod nicht die Lösung sein.

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4

Manche Leute reagieren schlecht auf Suizidgedanken eines Angehörigen oder eines Freundes, entweder, weil sie davon schockiert sind, oder, weil die Möglichkeit, diesen nahe stehenden Menschen zu verlieren, sie wütend macht. Manchmal können sie sogar trotz ihres guten Willens das Leid verstärken anstatt es zu verringern. Die negativen Reaktionen Deiner Angehörigen oder Freunde sind vielleicht auch das Ergebnis ihrer Angst. Sie haben nicht unbedingt etwas mit Dir persönlich zu tun.

Aber es gibt Menschen, die Dir helfen können, dieses schreckliche Leiden zu überwinden, Menschen, die Dich nicht verurteilen, die nicht versuchen werden, Dir eine Moralpredigt zu halten oder Dein Leiden noch zu verstärken. Diese Leute werden Dich nicht unbedingt in ein Krankenhaus schicken, sie werden sich einfach nur um Dich kümmern. Über den Link „Wo Du Hilfe finden kannst" findest Du Einrichtungen, die auf deine Bedürfnisse abgestimmt sind. Nutze die 24 Stunden oder die Woche, die Du Dir gibst, um Dich an eine dieser Einrichtungen zu wenden und einen Termin zu vereinbaren. Es ist nichts dabei, wenn man um Hilfe bittet.

Sein Leid mit jemandem zu teilen kann sehr hilfreich sein, weil dadurch der Druck deutlich abnimmt. Manchmal kann sogar das Gespräch mit jemandem dazu beitragen, das eigene seelische Gleichgewicht wieder zu finden. Außerdem sind die Dinge oft klarer, wenn man die Möglichkeit hatte, sie in Worte zu fassen.

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5

Suizidgedanken zu haben ist schockierend. Aber auch wenn sie verschwunden sind, ist es wichtig, sich um sein seelisches Befinden zu kümmern. Ein Gespräch mit einem Psychologen kann eine sehr gute Idee sein, ebenso wie der Austausch in Gesprächsgruppen. Manchmal kann eine Psychotherapie in Erwägung gezogen werden. Was in einer Psychotherapie geschieht, steht hier.

Nun liest Du diese Seite seit einigen Minuten, und ich bedanke mich bei Dir. Da Du bis jetzt durchgehalten hast, möchte ich Dich bitten, Dir eine Strategie zurecht zu legen, die es Dir ermöglichen wird, Dein Leid zu überwinden. Denk an das, was Du weiter oben gelesen hast, es ist entscheidend, dass die Kraftquellen größer sind als die Sorgen und Probleme.

Eine der besten Kraftquellen ist die Möglichkeit, mit jemandem über seine Probleme sprechen zu können, z.B. mit einem guten Freund / einer guten Freundin, mit einem Angehörigen, mit einem Fachmann oder einer Fachfrau (siehe die Liste der Hotlines, indem Du hier klickst), und klar zu formulieren, wie Du Dich fühlst, und wie es so weit gekommen ist, dass Du nicht mehr weiter leben willst. Wenn Du eine Person findest, mit der Du sprechen kannst, stärkst Du dadurch die Kraftquellen, die Dir ermöglichen, deine Sorgen und Probleme zu bewältigen. Ich hoffe, dass dieser Mensch nicht der letzte ist, mit dem Du sprichst. Ich hoffe, dass Du noch andere Menschen finden wirst, die den Mut haben, Dir zuzuhören.

Vergiss nicht, dass jeder Mensch, mit dem Du sprechen kannst, eine zusätzliche Kraftquelle darstellt, die Dich von Deinem Leiden befreien kann. Ich denke, dass es jetzt an der Zeit ist, Dir einen solchen Menschen zu suchen.

Wenn Du nicht sofort einen Menschen findest, dem Du vertraust, rate ich Dir, die kleinen Tipps auszuprobieren, die Du entdeckst, wenn Du hier klickst. Für manche Menschen können diese Tipps hilfreich sein, um ihre akute Not zu überwinden.

Ich danke Dir dafür, dass Du Dich für meine Empfehlungen interessiert hast und wünsche Dir weiterhin alles Gute.