Ich habe eine nahestehende Person verloren
Der Verlust einer nahestehenden Person durch Suizid ruft tiefe Betroffenheit hervor. Er tritt häufig unerwartet auf und hinterlässt viele Fragen und unterschiedliche Gefühle.
Die ersten Tage
Zu Beginn kann alles unwirklich erscheinen, als sei die Außenwelt in weite Ferne gerückt.
Die Reaktionen können je nach Person unterschiedlich ausfallen. Manchen gelingt es, ihren Alltag wieder aufzunehmen - das ist normal und bedeutet nicht, dass der Schmerz überwunden ist -, während andere das Bedürfnis verspüren, allein zu bleiben oder ihr Umfeld einzuschränken.
Was man fühlen kann
Quälende Gedanken und Gefühle können auftreten:
- Warum ist das geschehen?
- Hätte ich etwas tun können?
- Warum hat er/sie nicht mit mir gesprochen?
Diese Fragen sind häufig von Schuldgefühl, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung - und paradoxerweise manchmal auch von Erleichterung - begleitet.
Alle diese Reaktionen sind verständlich.
Die Trauer
Trauer ist ein persönlicher Weg, der von der Beziehung zum Verstorbenen, vom Erlebten, von der Kultur und von den Todesumständen abhängt.
Trauernde durchleben häufig Höhen und Tiefen. Es ist ein natürlicher eigenes Prozess, trotz des Verlustes, sein eigenes Leben weiterzuleben. Eine Verletzung kann eine Narbe hinterlassen, die Teil dieses Wegs ist.
Wie schaffen wir den Alltag?
- Sprich über deine Gefühle und nimm die Hilfe der dir nahestehenden Personen an.
- Lass deine Gefühle aus dir raus: weine, schreie, schreibe oder beklage dich, wenn dir danach zumute ist.
- Gönne dir Momente, die dich aufmuntern (Spaziergänge, Treffen, kreative Tätigkeiten).
- Wenn du möchtest, kannst du ein Ritual oder einen Erinnerungsraum schaffen (Foto, Nachricht, Ort).
Ziehe fachliche Unterstützung hinzu
Lass dich fachlich beraten [+ Infos], wenn du feststellst:
- dass die Lebenslust nicht zurückkommt;
- dass das Leben sinnlos erscheint;
- dass starke Schuldgefühle nicht abnehmen;
- dass Unwohlsein oder andere Symptome (Schlafstörung, Rückzug von Anderen, übermäßiger Alkohol- oder Medikamentenkonsum) dich beunruhigen;
- dass du keinen Trost in deinem Umfeld findest.